Wirtschaft braucht Strategien für Nachwuchs

Bad Segeberg/Wahlstedt. Levi Ahrens betreibt gekonnt ein langes, geschlossenes Fließband, an dessen Ende verkaufsfertige Hygieneprodukte stehen. Er wechselt die dünne Watterolle, drückt ein paar Knöpfe, kontrolliert ein paar Abläufe und unterhält sich kurz mit seinem Kollegen Agron Gashi.

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Levi Ahrens ist 18 Jahre alt. Im Mai nächsten Jahres wird er seine zweijährige Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer bei der Pelz Gruppe abschließen. „Es läuft gut“, sagt der Valstedter, dessen Zukunftspläne Gestalt annehmen. „Erst Ausbildung, dann Erfahrung sammeln und dann vielleicht Spezialisierung“, sagt er. Dafür bekommt er viel Unterstützung im Unternehmen. Denn der Youngster entwickelt sich schnell zu einem jener gefragten Experten, die auf dem freien Markt derzeit kaum zu finden sind.

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Auf dem Arbeitsmarkt ist seit langem klar, dass das Problem mit dem Mangel an jungen Menschen beginnt. Der Fachkräftemangel bremst nicht nur die Wirtschaft, sondern bremst auch wichtige Entwicklungen. Früher wählten Unternehmen aus einem Strom von Bewerbern die Besten aus. Die Situation hat sich seit einiger Zeit umgekehrt. Viele Unternehmen, die händeringend Mitarbeiter suchen, werden nicht so weitermachen können wie bisher, sind sich Segebergs Landrat Jan Peter Schröder und der Leiter der Agentur für Arbeit, Thomas Kentemich, einig.

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Mehrere Tools für die Jugendarbeit

Ihre Einschätzung zur Lage des Ausbildungsmarktes im Jahr 2022 zeigt Handlungsbedarf auf. In Zusammenarbeit mit Schulen, Arbeitsagenturen und Unternehmen wird bereits viel unternommen. es gibt einen sogenannten Stärkenkurs für die 7. Klasse, ein Berufsorientierungsprogramm für die 8. Klasse, ein Schulpraktikum, ein kaufmännisches Praktikum für Gymnasiasten; sowie Bildungsmessen als analoge Informationsplattform und vergleichbare digitale Angebote.

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Ja, es ist auch ein Experiment, manchmal fehlt der ernsthafte Wille. Zum Beispiel, wenn Jugendliche aus Faulheit und nicht nach ihren Interessen und Neigungen mit dem Üben beginnen. Oder wenn das Interesse an Werbegeschenken auf Messen deutlich größer ist als an eigentlichen Karriereinformationen, sagt Pelz-Personalleiter Emmanuel Richter.

Bildungssituation im Kreis Segeberg

973 Jugendliche 2022 wurden der Berufsberatung als Bewerber für eine Ausbildung in der Region Segeberg gemeldet, so die Agentur für Arbeit. Sie beträgt 81 und damit 7,7 Prozent weniger als 2020/2021. Davor sogar 1376

1437 betriebliche Ausbildungsplätze gibt es dieses Jahr in Segeberg. Das sind 247 (20,8 Prozent) mehr als 2020/2021. (Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit).

117 offene Ausbildungsstellen Gezählt wurden am Ende des Konsultationsjahres im September 13 weniger als im Vorjahr. Ausbildungsplätze gab es vor allem in den Berufen Lebensmitteleinzelhandel, Fleischer, Elektroniker sowie in einigen Lagerlogistik- und Handwerksberufen.

„Die Möglichkeiten, eine Ausbildung zu bekommen, haben sich in den letzten Jahren verbessert, aber der Weg dorthin ist viel unübersichtlicher geworden“, sagt Kentemich. Bei der heutigen Vielfalt kann schnell der Überblick verloren gehen. Hinzu kommt der Anstieg der Schülerzahlen. “Aber nur Abitur ist nicht die Antwort, wenn das Talent woanders liegt.” Das merken wir als öffentliche Hand auch.” Es ist wichtig, andere Zielgruppen zu erschließen. “Die Schwächeren und auch die Älteren in der Schule”.

Junge Menschen, die vielleicht keine guten Schulnoten hatten oder bei einem langsamen Vorstellungsgespräch durchgefallen sind, können gut abschneiden, wenn sie hochmotiviert sind und die Unterstützung erhalten, die sie brauchen. Schröder: „Du bist ein Potenzial, das man nicht verschenken sollte.“ Unternehmen sollten eine gewisse Haltung entwickeln, betont der Landrat. Sonst setze ich mein Geschäft aufs Spiel.” Es geht darum, junge Talente positiv zu fördern und zu fördern.

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Unterstützung durch eine Arbeitsagentur

Thomas Kentemic erklärt, dass die Agentur für Arbeit kleinen Unternehmen mit Nachhilfeangeboten, sozialpädagogischer Unterstützung oder mitfinanzierten Langzeitpraktika helfen soll. Größere Unternehmen wie Pelz, Wallstedts größter Arbeitgeber mit rund 700 Mitarbeitern, haben neue Strategien eingeschlagen, „die dringend entwickelt werden müssen“, bestätigt Trainer Sven Rentzov. “Wir sagen manchmal: ‘Komm schon, das Vorstellungsgespräch war nicht so toll, versuch es mit einem Praktikum.’ Und mit der Einstiegswoche unserer Azubis setzen wir auf den Teamaufbau von Grund auf.“

Die ersten Kontakte zu potenziellen Jugendlichen finden bereits in der Schule statt, zum Beispiel bei den angebotenen Bewerbungskursen. Auch die Hansebelt Job Tour des Unternehmens kann „geschmeckt“ werden. „Und wir bieten unseren Auszubildenden gezielte Lerngruppen und Nachhilfe während der Bürozeiten. Sie sorgt für die Sicherheit der Berufsschule“, sagt Ausbildungsleiter Nikol Lutych. Thomas Kentemic betont, dass dies ein vorbildliches Engagement sei.

Die Bieterrunde für 2023 hat gerade begonnen, und das nicht nur bei Pelz. Und da die Suche nach Auszubildenden schwieriger wird, ist dies für Kenntemich der richtige Moment, um an Unternehmen zu appellieren, nicht zu zögern, eigene Konzepte zu überdenken und anzupassen.

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