Was bringt die Weltklimakonferenz COP27?

Die Zahl der Umweltkatastrophen als Folge des Klimawandels nimmt seit Jahren zu.  Immer wieder kommt es zu heftigen Überschwemmungen wie hier in Australien. Die Zahl der Umweltkatastrophen als Folge des Klimawandels nimmt seit Jahren zu.  Immer wieder kommt es zu heftigen Überschwemmungen wie hier in Australien.

Die Zahl der Umweltkatastrophen als Folge des Klimawandels nimmt seit Jahren zu. Immer wieder kommt es zu heftigen Überschwemmungen wie hier in Australien.

Quelle: Brendan McCarthy/AAP/dpa

Stürme, Dürren, Hitzewellen: Die Folgen der Klimakrise betreffen Millionen. Um sie zu stoppen, treffen sich jetzt fast 200 Länder zur Weltklimakonferenz. Die COP27 ist nicht nur durch den Krieg in der Ukraine belastet.

Rund 30.000 Teilnehmer, fast 200 Länder – die Versammlung im ägyptischen Badeort Sharm el Sheikh ist gigantisch. Auch die Aufgaben der zweiwöchigen Weltklimakonferenz, die an diesem Sonntag beginnt, lauten: Für Millionen Menschen geht es um nichts weniger als ums Überleben.

Aber eine mutige, gemeinsame Anstrengung der internationalen Gemeinschaft ist illusorisch. Überschattet wird das Treffen vom russischen Angriffskrieg in der Ukraine, der weltweit viel Misstrauen gesät hat. Viele Diplomaten befürchten, dass dies die bahnbrechenden Vereinbarungen zum Scheitern bringen könnte.

Die Weltklimakonferenz tagt jedes Jahr, immer in einem anderen Land. Rund 200 Länder diskutieren auf Einladung der Vereinten Nationen zwei Wochen lang, wie die Erderwärmung auf ein erträgliches Maß eingedämmt werden kann.

COP steht für „Conference of the Parties“, also die Konferenz der Vertragsparteien – also jener Staaten, die die sogenannte Klimarahmenkonvention unterzeichnet haben. In diesem Jahr treffen sie sich zum 27. Mal in Ägypten – also COP27. Rund 30.000 Menschen werden erwartet – nicht nur Regierungsvertreter, sondern auch hunderte Journalisten und unzählige Vertreter von Klimaschutzorganisationen.

Die Wissenschaft warnt die Politik seit Jahrzehnten: Zu viele Treibhausgase in der Luft, nämlich vor allem Kohlendioxid (CO2) und Methan, sorgen dafür, dass sich die Erde weiter erwärmt und teilweise unbewohnbar werden könnte. Je nach Region kommt es auch häufiger zu Stürmen, Dürren und Überschwemmungen – mit mehreren Millionen Opfern.

Die ersten Weltklimakonferenzen fanden daher Ende der 1970er und 1980er Jahre statt, die erste „COP“ unter dem Dach der Klimarahmenkonvention fand 1995 in Berlin statt Umwelt unter Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU). Der Gipfel hat sich vor mehr als 27 Jahren zum Ziel gesetzt, festzulegen, bis wann und in welchem ​​Umfang klimaschädliche Treibhausgasemissionen weltweit reduziert werden sollen.

Vor allem schafft die Konferenz Transparenz. Denn es stellt sich regelmäßig mit Wehmut heraus, dass viele Länder bereits nachhaltiger wirtschaften, aber insgesamt noch lange nicht genug für den Klimaschutz tun. Das 2015 vereinbarte Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen, ist also aus Sicht aller Experten noch in weiter Ferne – wir sind bereits bei 1,1 Grad. Das Unterschreiten der 1,5-Grad-Marke verringert das Risiko, „Kippelemente“ im Klimasystem auszulösen und unkontrollierbare Kettenreaktionen auszulösen.

Aber: Anders als auf der COP26 in Glasgow 2021 versprochen, haben die meisten Regierungen in diesem Jahr ihre nationalen Klimaschutzpläne nicht genug verschärft – also vor allem den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas hinausgezögert und den Klimaschutz vernachlässigt. freundliche Umstellung von Verkehr und Landwirtschaft. Schlimm ist unter anderem China, das Land mit den mengenmäßig höchsten CO2-Emissionen: Die Volksrepublik verspricht in ihrem 2021 bei der UNO eingereichten Klimaschutzplan lediglich, dass Chinas Emissionen nur bis 2030 steigen sollen . . . Zudem will das Riesenreich erst 2060 kohlendioxidneutral werden – zehn Jahre später als die meisten Industrienationen.

Selbst wenn alle verfügbaren Klimapläne der Staaten umgesetzt werden, steuert die Welt laut Analyse der Denkfabrik „Climate Action Tracker“ auf eine Erwärmung um mehr als zwei Grad zu – bei vorerst weiter steigenden CO2-Emissionen. Um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, müssten die globalen Emissionen laut Weltklimarat (IPCC) eigentlich 2025 ihren Höhepunkt erreichen – und dann bis 2030 rasant um 43 Prozent gegenüber 2019 gesenkt werden. Spätestens Anfang 2020 Auf der Konferenz gäbe es deutlich ehrgeizigere Zusagen – doch damit rechnet kaum jemand angesichts der aktuellen Energiekrise, in der viele Länder mehr auf Kohle setzen, als dass sie dem Klima schadet und den Verbrauch von Treibstoff und Gas subventioniert. Milliarde.

Am Ende gibt es eine Art Schlusserklärung. Es muss nachvollziehbar erklärt werden, wie die internationale Gemeinschaft den Weg von 1,5 Grad einschlagen will. Aber angesichts der neu eröffneten Auseinandersetzungen zwischen der NATO und Russland (aufgrund des Krieges in der Ukraine) oder China und den USA (aufgrund der Ansprüche Pekings auf Taiwan) denke ich auch, dass nicht einmal ein endgültiges Dokument beschlossen werden wird. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) sagte dieser Tage nüchtern, es sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht automatisch klar, dass es ein Abschlussdokument gebe. Auf die Frage, welches Minimalziel die Bundesregierung auf der UN-Konferenz verfolge, sagte der Grünen-Politiker: „Was passiert. Man weiß ja nie in dieser Weltlage.“

Ein weiteres Problem, für das ägyptische Gäste nach Lösungen suchen, ist Geld. Insbesondere geht es um finanzielle Hilfen für den Klimaschutz in den ärmsten Ländern. Vor Jahren haben reiche Länder und Entwicklungsbanken versprochen, von 2020 bis 2025 jährlich 100 Milliarden US-Dollar zu mobilisieren. Diese Summe, hauptsächlich Kredite, wird voraussichtlich erst 2023 erreicht – und die Anschlussfinanzierung mit höheren Summen aus Entwicklungsländern wird noch erwartet steht aus. Das sorgt in vielen Entwicklungsländern für Frust – und gilt bereits als Belastung für das Treffen in Sharm el Sheikh. Der Gastgeber, der Außenminister Ägyptens, Samih Schukri, sagte im dpa-Interview: „Es fehlt an Vertrauen.“

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