So hoch ist der Gasverbrauch in Deutschland aktuell | NDR.de – Nachrichten

Stand: 17.12.2022 08:30 Uhr

Aufgrund der niedrigen Temperaturen wurde im Dezember weniger Gas gespart als anspruchsvolle Experten. Gibt es jetzt Gasmangel? Aktuelle Daten helfen bei der Einordnung. Sie zeigen, wie kalt es im Vergleich zu den Vorjahren war und wie viel Gas verbraucht wurde.

von Anna Behrend, Claus Hesseling

Die Bundesnetzagentur fordert Einsparungen von mindestens 20 Prozent gegenüber den Vorjahren. Nur so kann eine Gasknappheit in diesem Winter mit einiger Sicherheit vermieden werden. Aber Anfang Dezember wurde viel weniger gespart als nötig. „Wenn das ein Ausreißer bleibt, brauchen wir uns keine Sorgen zu machen“, sagte Behördenchef Klaus Müller dem „Tagesspiegel“. „Aber es wird die nächsten Tage kalt bleiben. Daher ist es wichtig, dass wir unsere Sparbemühungen nicht aufgeben und den ganzen Winter durchhalten“, warnte Müller. Obwohl die Gasspeicher in Deutschland immer voll sind, spielt das Wetter eine entscheidende Rolle, da bei niedrigen Temperaturen mehr geheizt und somit mehr Gas verbraucht wird.

Temperatur und Gasverbrauch: Daten werden wöchentlich aktualisiert

Die folgenden Grafiken zeigen, wie viel Gas zuletzt im Vergleich zu den Vorjahren verbraucht wurde und wie sich die Außentemperaturen im historischen Vergleich entwickelt haben. Sie werden wöchentlich mit Daten der Bundesnetzagentur und des Deutschen Wetterdienstes aktualisiert.

Aktueller Gasverbrauch in Deutschland

Durchschnittliche wöchentliche Temperatur

5,2 Prozent weniger Gasverbrauch als im Durchschnitt der Vorjahre

In der Kalenderwoche vom 05.12. Die Durchschnittstemperatur betrug 0,2 °C. Es war 2,7 Grad kälter als der entsprechende Wochendurchschnitt der Jahre 2018 bis 2021. Gleichzeitig wurde unter der Woche 5,2 Prozent weniger Gas verbraucht. Berechnet man den Temperatureffekt und berücksichtigt nur die Einsparbemühungen der Gasverbraucher, so lag der Verbrauch laut Bundesnetzagentur sogar um 12 Prozent niedriger als im entsprechenden Vergleichszeitraum der Vorjahre. Die Bundesnetzagentur betrachtet noch die letzten beiden Kalenderwochen.

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Höhere Temperaturen, geringerer Gasverbrauch

Der Oktober und die erste Novemberhälfte waren wärmer als der diesjährige Durchschnitt. Daher waren die Gaseinsparungen in Industrie und Haushalten deutlich höher. So wurde in der letzten Oktoberwoche ein gutes Drittel weniger Gas verbraucht als in den Vorjahren. Erst als die Kälte einsetzte, gingen die Ersparnisse merklich zurück.

Zur Einschätzung der aktuellen Lage berücksichtigt die Bundesnetzagentur fünf Faktoren, die regelmäßig aktualisiert werden: Neben temperaturangepassten Gasspeicherfüllständen und Gasverbräuchen spielen die Temperaturprognose und die Situation in den Nachbarländern eine Rolle. Rolle Und auch den Bezug der sogenannten Regelenergie prüft die Behörde. Damit ist die Gasmenge gemeint, die benötigt wird, um Schwankungen im täglichen Verbrauch auszugleichen.

Bundesnetzagentur: Die Lage ist angespannt

Die Bundesnetzagentur stuft die Gasversorgung in Deutschland derzeit als stabil ein. Die Versorgungssicherheit ist derzeit gewährleistet. Eine Verschärfung der angespannten Lage kann jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Weitere Informationen

Zwei Mitarbeiter blieben auf dem Gelände des Gasspeichers in Jemgum.  © dpa-bildfunk Foto: Lars Klemmer

Die Bewertung der Bundesnetzagentur hängt von fünf Kriterien ab, darunter Temperatur und Gasverbrauch. nicht mehr, nicht länger

„Aktuell gibt es keine allgemeinen oder regionalen Engpässe“, schreibt der Verband der Fernleitungsnetzbetreiber auf Anfrage des NDR. Man wolle nicht spekulieren, ob solche Flaschen über den Winter kommen könnten, heißt es.

Strömungsrichtungsumkehr: besondere Herausforderung

Dass durch den Einbruch der russischen Lieferungen nun mehr Gas von West nach Ost fließt, stellt die Gasnetzbetreiber vor besondere Herausforderungen. Denn im Gegensatz zu Strom kann Gas im Leitungsnetz nicht beliebig in alle Richtungen geschickt werden. Wenn sich die Strömungen umkehren, sind teilweise erhebliche technische Anpassungen notwendig. So muss zum Beispiel der Druck im Netz überall hergestellt werden, damit das Gas richtig fließt. Beispielsweise kann es notwendig sein, die sogenannten Kompressorstationen umzubauen, die das Gas verdichten.

Nach Angaben der Netzbetreiber wurden im Rahmen der gemeinsamen Planungsprozesse des Netzes Lösungen für diese herausfordernde Situation entwickelt, damit es zu keinen regionalen Engpässen kommt.

Gaseinsparungen in EU-Ländern im Vergleich

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland beim Gassparen derzeit im Mittelfeld. Energieexperten der Denkfabrik Bruegel in Brüssel trugen die Gasverbrauchsdaten europäischer Länder aus verschiedenen Quellen zusammen.

Generell verbrauchten die Länder, für die bereits Daten vorliegen, im November rund 23 Prozent weniger Gas als der entsprechende Monatsdurchschnitt der Jahre 2019 bis 2021. Im Gegensatz zu den oben genannten Daten der Bundesnetzagentur bezieht sich Bruegel auf den Durchschnitt von drei . statt vier Jahre zuvor.

Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind verpflichtet, ihren Verbrauch zwischen August 2022 und Ende März 2023 um 15 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der vorangegangenen fünf Jahre zu senken. Was der Gas-Notfallplan der EU-Kommission sagt. Das Sparprogramm ist jedoch nicht verpflichtend.

Weitere Informationen

Gasspeicherstände, Pipelineflüsse und Winterszenarien © NDR

Die Szenarien zeigen, wie schnell die Gasspeicher im Winter ausgehen. Nur Einsparungen können Engpässe verhindern. nicht mehr, nicht länger

Aktueller Gaspreis © NDR

Aktuelle Daten zeigen, was Neukunden aktuell für Gas bezahlen und wie sich der Preis im historischen Vergleich entwickelt hat. nicht mehr, nicht länger

Auf den 100-Euro-Scheinen findet sich ein Stecker eines Stromkabels © Colourbox Foto:-

Wie funktionieren die Gas- und Strompreisbremse? Wer profitiert vom Dezember-Rabatt? Fragen und Antworten zur Energiekrise. nicht mehr, nicht länger

Dieses Thema im Programm:

NDR-Info | 12.12.2022 | 8:40 Uhr

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