Primark vor dem Aus? Erste Filialen schließen 2023 in Deutschland

Viele Schreibwarenhändler leiden unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie und der hohen Inflation. Jetzt steht der nächste Modegigant unter Druck.

Berlin – Lange Zeit war die Strategie der Modekette Primark, Kleidung zum günstigsten Preis zu verkaufen, äußerst erfolgreich. Doch nun schlittert das Unternehmen in eine große Krise, erste Filialen in Deutschland müssen geschlossen werden. Liegt es nur an der sinkenden Stimmung der Verbraucher?

Die Inflation trifft die Verbraucher. In Deutschland steigen die Menschen auf billigere Produkte um

Denn laut einer Umfrage der Marketingfirma NielsenIQ schnallen die Menschen in Deutschland aufgrund explodierender Preise den Gürtel enger (mehr Service-News bei RUHR24).

Laut NielsenIQ, basierend auf einer repräsentativen Befragung von mehr als 10.000 Personen, kauft gut die Hälfte (52 Prozent) der Verbraucher nur die Produkte, die sie wirklich braucht.

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„Es ist erstaunlich, dass sich heutzutage immer mehr Menschen zu fragen scheinen, worauf sie verzichten können, und es dann tatsächlich tun“, sagt NielsenIQ-Experte Lothar Stäblin. „Die Leute nutzen auch viele andere Sparstrategien. Sie vergleichen Preise genauer, achten stärker auf Sonderangebote, weichen auf günstigere Produkte wie Eigenmarken aus oder kaufen häufiger bei Discountern ein.“

Primark gezwungen, Geschäfte „Anfang vom Ende“ zu schließen

Das Paradoxe ist, dass Discounter wie Aldi und Lidl von erhöhten Einsparungen profitieren, der Fast-Fashion-Händler Primark mit seinem Low-Cost-Konzept jedoch nicht.

2023 will Primark das Fachmagazin Textilindustrie Der Mitteilung zufolge schließen zwei Filialen, eine in der Berliner Schlossstraße und die andere in Weiterstadt bei Darmstadt. Der Pachtvertrag läuft nächstes Jahr aus.

Branchenkenner rechnen mit weiteren Schließungen, berichtet Merkur.de. Das sagte der Handelsexperte Arbeitswoche, erleben Sie den „Anfang vom Ende“ bei Primark in Deutschland. Es gibt auch Bedenken, dass die Primark-Filiale in Dortmund schließen muss.

Es ist alles schlecht für Primark. Der Umsatz ist stark zurückgegangen.

© Michael Gstettenbauer/Imago

Primark bis zum Ende. Das Unternehmen will das Geschäft wieder profitabel machen

Der Mutterkonzern ABF hatte dem Magazin zufolge erst vor wenigen Wochen angekündigt, sich von seinem Deutschlandgeschäft um rund 240 Millionen Euro zu trennen und das Geschäft neu zu verteilen. Die Gewerkschaften befürchten nun weitreichende Kürzungen.

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Inzwischen hat Primark zugesichert Arbeitswoche„Wir bleiben unseren treuen Kunden in diesem wichtigen Markt verpflichtet und prüfen nun Möglichkeiten, unser Geschäft in Deutschland langfristig wieder profitabel zu machen.“ Es bleibt abzuwarten, ob es klappt. Da nicht nur Primark Filialen schließt, haben Zara und Conrad auch im stationären Einzelhandel einige Filialen geschlossen.

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Primark hat das Online-Shopping komplett eingeschläfert. Gründe für eine drohende Kündigung

Doch der Konzern hat nicht nur mit steigenden Energiepreisen und inflationsbedingt sinkenden Kaufwünschen der Verbraucher zu kämpfen. Primark hat auch den E-Commerce verschlafen, der das Unternehmen während der Coronavirus-Pandemie hart getroffen hat. Der Umsatz der Fast-Fashion-Händler in Deutschland hat sich seit 2019 mehr als halbiert und ist von 916 Millionen im Jahr 2019 auf 380 Millionen im vergangenen Jahr gesunken.

Außerdem ist das Unternehmen laut Arbeitswoche zu ambitioniert erweitert. Große Ladeflächen in teuren Innenstadtbereichen deutscher Großstädte führen zu hohen Zusatzkosten. Unterdessen boomt der chinesische Rivale, der Fast-Fashion-Händler Shein, in Deutschland, vor allem online. (mit DPA-Material)

Rubrikenverzeichnis: © Olaf Dšring/Imago

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