Philosophin Lisa Herzog über Gerechtigkeit – Warum Wirtschaft weibliche Perspektiven braucht

Sich um die Familie kümmern, Kinder großziehen, sich um Angehörige kümmern, die nicht an sie denken, all diese Tätigkeiten werden in unserer Gesellschaft traditionell als weiblich kodiert und immer noch zu einem großen Teil von Frauen ausgeübt, betont die Philosophin Lisa Herzog von der Universität. in Groningen, Niederlande. “Aber die klassische Ökonomie ignoriert das oft einfach.”

Ein verzerrtes Bild der Realität

Das Ergebnis, so Herzog. ein verzerrtes Bild der gesellschaftlichen Realität mit gravierenden Folgen für das Verständnis von Gerechtigkeit und Chancengleichheit, das sich auch auf wirtschaftspolitisches Handeln auswirkt.

Als Gesellschaft können wir nicht sagen, dass Menschen, die auch Familienarbeit leisten müssen, nur den Rest der Jobs bekommen und alle guten Jobs an diejenigen gehen, die keine Familienarbeit leisten.

Lisa Herzog, Philosophin

Ob weibliche und feministische Perspektiven in wirtschaftspolitische Überlegungen einbezogen werden, betrifft laut Herzog konkrete Alltagsthemen ebenso wie weitreichende Gerechtigkeitsfragen.

Effizienz muss nicht alles sein

Dass die Philosophie etwas zu ökonomischen Angelegenheiten zu sagen hat, ist ihm klar, schon weil der Einflussbereich der Ökonomie so umfassend geworden ist, dass auch andere Werte als die reine Effizienz zur Anwendung kommen müssen;

Herzog betont in seiner Arbeit immer wieder, dass Märkte nicht natürlich sind und daher Veränderungen unterliegen. Er plädiert dafür, die Marktwirtschaft viel konsequenter in den Dienst einer gerechten Gesellschaft zu stellen.

Bedürfnisse im Fokus

Mit Blick auf die aktuelle Energiekrise betont Herzog, dass der Maßstab politischer Hilfsprogramme nicht allein die Zahlungsfähigkeit oder Zahlungsbereitschaft der Menschen sein sollte;

“Wir müssen uns mehr auf die menschlichen Grundbedürfnisse konzentrieren, insbesondere auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen.” Schließlich sind sie am wenigsten verantwortlich für das Umfeld, in dem sie aufwachsen und welche Möglichkeiten sich ihnen eröffnen.

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„Ich denke, das ist eine sehr große Frage. Wie können wir verhindern, dass einige Kinder und Jugendliche durch die Energiekrise und die steigenden Lebenshaltungskosten noch stärker als ohnehin sozial ausgegrenzt und zurückgelassen werden?

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