Nach Unwetter: Vermisste und ein Todesopfer auf Ischia

Stand: 26.11.2022 17:15

Nach einem schweren Regenguss auf der italienischen Insel Ischia sind viele Menschen verschwunden und eine Frau gestorben. Infrastrukturminister Salvini sprach zunächst von acht Toten, das Innenministerium widersprach später.

Starke Stürme haben am Samstag im Norden der italienischen Mittelmeerinsel Ischia für Überschwemmungen und Zerstörungen gesorgt. Eine Frau sei im Schlamm gestorben, teilte die Präfektur Neapel mit. Ein Dutzend Menschen werden noch vermisst. Acht Vermisste, darunter ein Kind, sind inzwischen aufgetaucht und in Sicherheit.

Infrastrukturminister Matteo Salvini sprach zunächst von acht Todesfällen. Das Innenministerium korrigierte später, dass es immer noch keine bestätigten Todesfälle gebe. Die tote Frau wurde später geborgen.

Betroffen ist vor allem der Norden der Insel

Ein heftiger Sturm hatte am Morgen eine Schlamm- und Gerölllawine ausgelöst. Besonders betroffen ist die Gemeinde Casamicciola Terme im Norden der Insel. Massenhaft Schlamm beschädigte Häuser, in denen einige der Vermissten vermutet werden. Nach Angaben der Feuerwehr wurden zwei Personen aus einem ins Meer gerissenen Auto gerettet. Es war mit insgesamt 70 Einsatzkräften im Einsatz.

Bilder im Fernsehen zeigten einen Hang unter einem Erdrutsch und einen im Wasser steckengebliebenen Mann in einem Gebäude, das im Dunkeln explodierte. Videos der Feuerwehr zeigten völlig demolierte Autos und mit Schlamm und Dreck überflutete Straßen.

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Anwohner wurden gebeten, in ihren Häusern zu bleiben. Viele Menschen wurden aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht, wie der Zivilschutz twitterte. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa waren Dutzende Menschen ohne Strom und Zugang zu Wasser in ihren Häusern eingesperrt.

Das durch den Erdrutsch verwüstete Gebiet im Norden von Ischia. Die Schlammlawine beschädigte mehrere Häuser, einige Gebäude sollen eingestürzt sein.

Bild: EPA

Verstärkung vom Kontinent

Wegen des Sturms sagten die Retter, sie hätten Schwierigkeiten, die Menschen auf der Insel zu erreichen. „Die Lage ist sehr kompliziert“, sagte Innenminister Matteo Piantedosi dem Fernsehsender Rainews24. Menschen können unter dem Schlamm eingeschlossen werden. Vom Festland schickten die Behörden von Neapel weitere Verstärkungen auf die Insel.

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Der Bürgermeister von Ischia, Enzo Ferrandino, sprach von einer “Tragödie”. Wegen des vorhergesagten Sturms hatte er bereits am Freitag angeordnet, Schulen, Parks und Friedhöfe am Samstag zu schließen.

Große Höhenunterschiede auf der Insel

Ischia liegt im Golf von Neapel und ist eine beliebte Ferieninsel. Fast 70.000 Menschen leben darauf. Es ist vulkanischen Ursprungs. Die Höhenunterschiede auf der relativ kleinen Insel sind groß. Entsprechend hoch ist die Einsturzgefahr bei Starkregen.

Die betroffene Gemeinde Casamicciola Terme hat mit rund 46 Quadratmetern den zweitgrößten Hafen der Insel. Wegen seiner zahlreichen Thermalquellen ist es bei Thermenurlaubern besonders beliebt. Die Stadt hat gut 8000 Einwohner.

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