Mysteriöse Schwimmdrohne: So jagt die Ukraine die russische Marine

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Eine mysteriöse schwebende Drohne angespült – so jagt die Ukraine die russische Marine

Gerhard Hegmann

Britische Militärexperten – Moskau schickt Reservisten an die Front, schlecht ausgerüstet

Nach Angaben britischer Militärexperten schickt Russland Rekruten oft nur mit schlechter Ausrüstung an die Front. Die neu mobilisierten Reservisten sollen ohne Waffen in der Ukraine eingetroffen sein. Verfolgen Sie alle Entwicklungen und weitere Neuigkeiten in unserem WELT-Live-Programm.

Ende September wurde ein unbemanntes Hightech-Boot mit Videokameras in der Nähe von Sewastopol angespült. Es gibt mehrere Hinweise darauf, dass die Ukraine diese Drohne auch bei ihrem jüngsten Angriff auf russische Marineschiffe eingesetzt hat. Experten sehen bereits eine neue Ära des Krieges.

EEnde September wurde unweit des Seehafens Sewastopol im Schwarzen Meer ein mysteriöses unbemanntes Boot an Land gespült. Schwarz lackiert, ausgestattet mit Videokameras und Sensoren und einer Flachantenne obendrauf. Es kann verwendet werden, um eine Verbindung zum Internet-Satellitennetzwerk Starlink von Elon Musk herzustellen. Das Boot hatte nicht den üblichen Außenbordmotor mit Wasserstrahlruder, sondern einen Wasserstrahl, der auch als Jetski-Antrieb bekannt ist. Dies erleichtert das Durchfahren von Flachwasser und das Anhalten bei schneller Fahrt.

Einen Monat später gibt es Beweise dafür, dass die Ukraine diesen neuen Typ von Drohnenboot bei ihrem jüngsten Angriff auf russische Marineschiffe vor der Hafenstadt Sewastopol auf der Halbinsel Krim eingesetzt hat. Der renommierte Marineexperte HI Sutton und andere Mitarbeiter der Industrieplattform navalnews.com haben keinen Zweifel daran, dass dieses neue Modell der ukrainischen Kamikaze-Drohne bei den jüngsten Angriffen eingesetzt wurde.

Experten sprechen von einem USV (Unmanned Surface Vessel) mit Sprengladung. Experte Sutton sieht eine deutliche Parallele zwischen dem Bau des im September an Land gespülten Bootes und den nun aufgetauchten Videoaufnahmen der Wasserdrohne.

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Einige Militärexperten haben bereits eine neue Ära des Krieges mit dem gleichzeitigen Einsatz von Kamikaze-Drohnen, die mit Sprengstoff aus der Luft gestartet werden, und Modellen, die ihre Ziele auf dem Wasser anvisieren, gesehen. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden bei dem jüngsten Angriff acht Luftdrohnen und sieben Wasserdrohnen eingesetzt.

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Vermutlich wurden alle fliegenden Drohnen und vier Bootsdrohnen abgeschossen und weitere am Boden zerstört. Lediglich das Minenschiff „Ivan Golubets“ sei bei dem Angriff leicht beschädigt worden, hieß es in einer beruhigenden Mitteilung aus Moskau. Nach dem veröffentlichten Videomaterial ergibt sich jedoch ein anderes Bild. Danach zielte eine Bootsdrohne auf eine Fregatte der Admiral Grigorovich-Klasse, die offenbar keine Gegenmaßnahmen ergriff.

Nach dem Untergang des Flaggschiffs der Schwarzmeerflotte, der Moskwa, im April gelang es der Ukraine offenbar zum zweiten Mal, das neue Flaggschiff Makarow anzugreifen, sagen Experten.

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Der Einsatz von unbemannten, ferngesteuerten Booten mit Sprengstoff im Krieg oder durch terroristische Gruppen ist nicht neu. Aber der Angriff in Minischwärmen mit eher billigen Modellen und einer detaillierten Analyse vor dem Angriffsgebiet durch Geheimdienste und eventuell Satellitenbilder ist eine moderne Variante. Es sollte nicht nur die russischen Militärexperten beunruhigen. Die Abwehrtechnik von Schiffen oder Hafenanlagen ist dann überfordert.

Bisher gab es vor allem Anschläge mit größeren Sprengbooten, wie am 12. Oktober 2000 durch die Terrorgruppe al-Qaida auf den amerikanischen Zerstörer „USS Cole“ in der jemenitischen Hafenstadt Aden. Ein Schiff mit zwei Personen an Bord fuhr mit Sprengstoff auf den Zerstörer zu. 17 Mitarbeiter der US Navy wurden getötet. Für die Nato war dies auch ein Warnsignal, dass Kriegsschiffe im Hafen besonders gefährdet sein können.

Marineexperte Sutton weist darauf hin, dass beispielsweise Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg ein Sprengboot namens Fernlenkboot eingesetzt habe. Die Steuerung mit einem 20 Kilometer langen Kabel wurde von Siemens entwickelt. Italien baute während des Zweiten Weltkriegs auch unbemannte Sprengboote. Andere Länder investieren in unbemannte schwimmende Sprengdrohnen, wie der Iran. Einige kleine Schnellboote werden ebenfalls umgebaut.

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