Mehr Frauen, mehr Publikum: Ticketrekord bei Biennale

Besucher fotografieren die Installation Besucher fotografieren die Installation

Besucher fotografieren die Installation „Brick House“ der Künstlerin Simone Leigh.

Quelle: Felix Hörhager/dpa

Nach einer Corona-bedingten Verzögerung erblüht die Art Biennale in Venedig zu einer Rekordschau. Noch nie gab es einen solchen Ansturm auf die Präsentation zeitgenössischer Kunst. Auch die weibliche Dominanz ist beispiellos.

ddie Kunstbiennale in Venedig endete mit einem Besucherrekord. Die wichtigste Präsentation zeitgenössischer Kunst im Umfeld der documenta in Kassel verzeichnete bis einen Tag vor Schließung am Sonntag mehr als 800.000 Besucher. Nach Angaben der Lagunenstadt gibt es auch während der Preview-Tage im April gut 22.000 Tickets.

Noch nie in der 127-jährigen Geschichte der Biennale gab es so viel Zuspruch. Die Besucherzahlen seien im Vergleich zu 2019 um 35 Prozent gestiegen, sagte er. Coronabedingt wurde die sonst alle zwei Jahre stattfindende Kunstausstellung um ein Jahr auf 2022 verschoben.

Mit 197 Tagen war die Biennale auch die längste ihrer Art. Zum Vergleich: Das Dokument hat bis zu seinem Museumskonzept für 100 Tage angehalten. Die Besucher der Biennale kommen mit 59 Prozent überwiegend aus dem Ausland. Etwa 30 Prozent der Tickets gingen an Jugendliche und Studenten.

213 Künstler aus 58 Ländern mit mehr als 1.500 Werken wurden zur zentralen Ausstellung „The Milk of Dreams“ der New Yorker Kuratorin Cecilia Alemani eingeladen. Alemani hatte einen klaren Fokus auf die Werke von Künstlerinnen gelegt. Darüber hinaus präsentierten sich 80 Länder mit Länderpavillons auf dem Gelände der Biennale Giardini und Arsenale sowie an verschiedenen Orten rund um die Lagunenstadt.

Alemani dankte den Künstlern, die mit „wunderbaren Arbeiten, Leidenschaft und Enthusiasmus“ zur Ausstellung beigetragen hätten. Der Lauf während der Ausstellung zeige, „dass Kunst die Kraft hat, zum Mitmachen anzuregen“. In Zeiten wie diesen trägt die Biennale der Tatsache Rechnung, dass Kunst und Künstler helfen können, „an neue Formen des Zusammenlebens und unendlich neue Möglichkeiten der Umsetzung zu denken“.

Auch in diesem Jahr hat die Biennale die traditionell weiße und männerdominierte Kunstszene in Sachen Vielfalt aufgefrischt. Mit der Auszeichnung von zwei international renommierten Künstlern der Black Community setzte die Jury ein klares Zeichen. Die Britin Sonia Boyce und die Amerikanerin Simone Leigh erhielten mit zwei Goldenen Löwen die wichtigsten Auszeichnungen der Kunstausstellung.

Die Berliner Künstlerin Maria Eichhorn gestaltete den Deutschen Pavillon. Mit seiner Arbeit „Relocating a structure“ machte Eichhorn die Vergangenheit des Pavillons sichtbar. Die Nazis hatten das als Bayerischer Pavillon errichtete Gebäude monströs vergrößert. Eichhorn ließ die Schnittstelle entdecken. Hinter dem Putz wurden gemauerte Durchgänge sichtbar, alte Außenmauern, alte Anschlüsse, Nazi-Beton auf Backsteinmauern.

Eichhorn nutzte den Katalog und Stadtführungen auch, um den Widerstand in Venedig und die Folgen des Faschismus zu thematisieren. „Kein anderer deutscher Beitrag zuvor hat den venezianischen Stadtraum so eng eingebunden“, urteilte das Institut für Auslandsbeziehungen, das den Pavillon verantwortet.

Der Künstler folgte unter anderem Gerhard Richter (1972), Joseph Beuys (1976), Hans Haacke (1993), Rosemarie Trockel (1999), Isa Genzken (2007) und Christoph Schlingensief (2011). Mehrere Goldene Löwen gab es für Werke aus Deutschland, zuletzt 2017 für Anne Imhof.

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