“Geld ist die Droge, die diesen Sport kaputtmachen kann”

Florian Harms, Chefredakteur von t-online, sieht die Zukunft des Spitzenfußballs in Gefahr. Geld könne ihn zerstören wie Drogen ein Fahrrad, warnte er in “Maischberger”.

“Das hat mich an die drei Affen erinnert: nichts sagen, nichts hören, nichts sehen.” Dieser Schritt der deutschen Fußballnationalmannschaft, der ein starkes Zeichen war, fand nicht nur bei der Journalistin Hatij Akyun in der Mittwochsausgabe von Meischberger wenig Anerkennung. Florian Harms, Chefredakteur von t-online, machte nicht nur Spieler oder Politiker verantwortlich. Für ihn geht es um das Überleben des Fußballs. „Geld ist die Droge, die diesen Sport zerstören kann, zumindest den Spitzensport – genauso wie Drogen den Radsport zerstören“, sagte er. “Wir müssen wirklich mehr darüber reden.”

Gäste

  • Boris Bondarev, ehemaliger russischer Diplomat bei der UNO
  • Carlo Masala, Militärexperte
  • Gilda Sahibi, in Teheran geborene Journalistin
  • Florian Harms, Chefredakteur von t-online
  • Hatij Akyun, Zeitung „Tagesspiegel“.
  • Marcel Rife, Fußballkommentator
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In der ARD-Talkshow forderte Harms die Fans zudem auf, aufzustehen und für die Integrität des Sports einzustehen. „Wir sind an einem Ort, an dem wir nicht sagen können: Nur Politiker müssen Haltung zeigen. Das ist das größte Event, das wir gerade auf der Welt haben. Da muss man Werte zeigen, wenn man wirklich an diese Werte glaubt.“ ” er sagte. „Aber das können wir nicht nur von den Spielern verlangen. Das ist eine größere Frage, und es geht darum, was hier wirklich auf dem Spiel steht“ – Geld.

“Es war nicht die richtige Einstellung”

Akyun wünschte sich angesichts der Kontroversen um das von der FIFA verbotene One-Love-Paket mehr Unterstützung von der deutschen Nationalmannschaft. „Das Verhältnis stimmte nicht“, kritisierte der Journalist. “Wer seine Position zeigen will, muss mit den Konsequenzen rechnen. Die FIFA hat noch nicht entschieden, wie die Strafe ausfallen wird.”

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Etliche Fußballfans haben die WM bereits verloren. „Ich habe viele Freunde, die heute nicht einmal zugeschaut haben. Es gibt kein WM-Fieber“, sagte Harms. Was den Islamwissenschaftler anbelangt, sieht er das Emirat Katar bereits als führend an. Das winzige Königreich lebt in ständiger Angst, von seinen mächtigen Nachbarn angegriffen zu werden.

Deshalb wurde das Fußball-Großereignis in dieses Land geholt, um Katar als festen Bestandteil der internationalen Gemeinschaft zu positionieren. Der Chefredakteur von t-online von der absoluten Monarchie, in der nur 300.000 Bürger leben: „Sie sind durch diesen Prozess und auch durch kritische Berichterstattung bereits politisch sichtbar geworden. Das ist wichtiger, als gar nicht zu passieren.“ am Leben

“Diese Jungs freuen sich über alles”, sagte Deutschlands Marcel Reif. Er warf der Europäischen Union einen Machtkampf mit Fifa-Chef Gianni Infantino vor: “Infantino will den Europäern zeigen, wo der Hammer liegt.” Seine Stimmung wurde auch durch die Auftaktniederlage Deutschlands gegen Japan gedämpft.

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Rife gab zu, dass er wenig Vorstellungskraft hatte, sich den Sieg der Bundesstreitkräfte über ihren nächsten Gegner, Spanien, vorzustellen. Die Japaner haben verdient gewonnen. „Sie haben nur gepflückt, was den Deutschen übrig geblieben ist“, sagte der Experte und bestätigte die Fehler der deutschen Mannschaft: „So kann man bei der WM nicht spielen.“

Kritik am iranischen Team

Die Weigerung des iranischen Teams, hierzulande die Nationalhymne zu singen, wurde als viel stärkeres Zeichen gewertet. Die Journalistin Gilda Sahibi, die in Teheran geboren wurde und als Kind mit ihren Eltern nach Deutschland floh, sagt: “Die Leute haben erwartet, dass sie etwas tun.” Der Arzt schreibt für „Tagebuch“ (taz) und „Spiegel“. Allerdings könne er die deutsche Reaktion auf diese Geste nachvollziehen, „denn natürlich war die deutsche Nationalmannschaft nicht sehr mutig. Der Unterschied ist sicherlich sehr groß.“

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