Brasilien bei der WM in Katar: Ohne Neymar im Achtelfinale – Sport

Brasilianer sind da draußen, also schaden ein paar Vorsichtsmaßnahmen nicht. In der Metro, der Goldenen Linie nach Ras Bu Abboud, sperren Katarer beispielsweise die ersten beiden Waggons für Frauen und Kinder ab, während sie energisch kanariengelbe Fans nach hinten schicken, um der Seleção ihre Liebeslieder vorzusingen. und ihre Musik kann gegen Lionel Messi schwören. Doch Frauen und Kindern bleibt das vorenthalten: Zweifellos herrscht im Nahverkehr von Doha so eine angespannte Atmosphäre.

Die Schweizer hatten am Montagabend im zweiten Gruppenspiel allen Grund zur Zurückhaltung, auch wenn sie durch den 1:0-Sieg gegen Kamerun gute Voraussetzungen für den Einzug ins Achtelfinale hatten. Aber die Brasilianer bringen mit ihren Trommeln und Pfeifen nicht nur Samba in die Stadien, sie bringen eine andere Qualität auf den Platz als die Kameruner. Andererseits: Muss man sich kleiner machen, als man ohnehin schon ist, nur weil es gegen einen der Favoriten geht?

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Der Schweizer Nationaltrainer Murat Yakin hatte keine solche Absicht. Er schickte gegen Kamerun nicht nur ungefähr die gleiche Elf auf den Platz im 974-Stadion von Doha (mit nur Xherdan Shaqiri auf der Bank für Fabian Reeder) – er schickte sie auch mutig nach vorne. Nach einem 3:3-Unentschieden zwischen den Gruppenrivalen Kamerun und Serbien verlor die Schweiz knapp. Somit fand ein offener Schusswechsel mit gleichem Ballbesitz für beide statt. Für die Schweiz war es ein grösseres Kompliment als für Brasilien.

Doch am Ende gewannen die Brasilianer dank eines Zuspiels der Schweiz, weil Manuel Akanjis Gesäß einen genialen Schuss von Casemiro blockte und den Ball wegnahm, war Schweizer Torhüter Yann Sommer chancenlos (83.). Der 1:0-Sieg schickte Brasilien ins 1/8-Finale.

Neymar hat das Stadion nicht besucht

Bei den Brasilianern drehte sich in den letzten Tagen viel um zwei verletzte Giganten: Neymar und Danilo. Neymars Fußballschuh gilt aufgrund der Bekanntheit seines Besitzers natürlich als viel größerer Schatz. Bilder der Schwellung kurz nachdem Neymar bei der 0:2-Niederlage gegen Serbien ausgewechselt werden musste. Seitdem wird das erkrankte Körperteil fast rund um die Uhr versorgt – der Kapitän der Seleção ging also nicht als sichtbarer Zuschauer und Unterstützer ins Stadion. Danilo begleitete das Team, aber er war nicht da. Brasiliens Trainer Tite musste zwei Positionen wechseln: Fred statt Neymar, Eder Militão statt Danilo.

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Fast das gesamte Feld war in gelbe und blaue Farben getaucht, brasilianische Fans trommelten und jubelten – doch der optische und akustische Vorteil übertrug sich lange nicht auf ihre Mannschaft. Brasiliens Spiel wirkte etwas öde, der letzte Glaube verloren. Wirklich gute Chancen? In der ersten Halbzeit waren es zwei. Einmal räumte Sommer mit einem starken Reflex gegen Vinicius Junior ab (27.). Und Rafinhas Schussversuch fiel dem Torhüter von „Borussia Mönchengladbach“ noch leichter (31.). Ansonsten gab es hier und da eine Flanke und Kopfbälle, einen Distanzschuss und einen geblockten Weitschuss.

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In der 64. Minute machten die Brasilianer ihren ersten wirklich effektiven Zug. Die Schweizer konnten Bruno Guimaraes von hinten nicht stoppen und der Ball ging schnell durch Casemi zu Vinicius Junior – doch der Videoschiedsrichter erkannte sein Tor nicht an und der halbe Ellbogen wurde im Abseits gewertet.

Der Klassenerwartungsunterschied war erst in der letzten halben Stunde zu sehen. Außer dem Siegtor von Casemiro wurde daraus nichts. Die brasilianischen Fans gingen dennoch in bester Stimmung – daher auch wieder der Trubel in der Doha Metro, der Gold Line nach Al-Azizia.

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