Besser eine Doppelmoral als gar keine Moral


Gianni Infantino hat den Fußball ausgeraubt. Zum Start der WM zeigte der Fifa-Chef, dass er nur ein Lobbyist der Herrscherfamilie von Katar ist.

Der Profifußball ist nicht nur unschuldiger Sport. Auch wenn Gianni Infantino es gerne so verkauft. Profifußball ist ein Geschäft. Einer der FIFA rücksichtslos und konstruiert, um die Gewinne in den letzten Jahrzehnten zu maximieren. In einer mittlerweile legendären Pressekonferenz lobte Infantino sich und seinen Verein dafür, dass sie bei dieser Weltmeisterschaft dank Übertragungsrechten und Sponsorenzahlungen 600 Millionen Dollar mehr verdient haben als bei der vorherigen Weltmeisterschaft.

Wenn also eine Fußballfamilie für einen Monat nach Katar kommt, dann nicht, weil sie diesem wunderbaren Sport die größtmögliche Bühne in der arabischen Welt geben möchte, damit viele Jungen und Mädchen in Katar jahrelang dem Ball nachjagen. Die Fifa vergab die WM vor 12 Jahren an Katar aufgrund der persönlichen Gier einiger Wähler und des Profitstrebens des Verbandes. Infantino war zu diesem Zeitpunkt nicht im Amt. Es sollte ihm leichter fallen, sich von dem Wahnsinn dieses Turniers fernzuhalten. Infantino macht das Gegenteil. Unterstützen Sie eine Regierung, die Menschenrechte offen und schamlos missachtet.

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Infantino erkauft sich die Liebe zu Assoziationen

Komisch, dass Infantino der “westlichen Welt” nun Doppelmoral vorwirft, weil sie die Umstände der WM kritisiert. Der Fifa-Chef ist Lobbyist der katarischen Herrscherfamilie. Er versucht nicht einmal, es zu verbergen. Infantino stellte das kurzfristige Verbot des Bierverkaufs im Stadion durch die Katarer als gemeinsame Entscheidung von Organisationskomitee und Fifa dar, der Verband kapitulierte einfach vor dem Gastgeber.

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Der Profifußball kann tatsächlich Auswirkungen auf die Gesellschaft haben. Er kann ein Vorbild sein. Doch Infantino beraubte ihn seines gesellschaftlichen Einflusses.

Ihm geht es nur darum, an der Macht zu bleiben. So wie er sich von europäischen Verbänden abwendet, wendet er sich afrikanischen und asiatischen zu und erkauft sich deren Stimmen mit Versprechungen und Almosen. Infantino wird sich im März zur Wiederwahl stellen und in seine dritte und letzte Amtszeit eintreten. Als Kritiker von Doppelmoral und Heuchelei. Aber doppelte Standards sind besser als gar keine Standards.

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